Die Auseinandersetzung mit den Folgen der Klimakrise kann starke Emotionen auslösen. Solche Klimaemotionen sind wichtige Treiber für umweltfreundliches Verhalten, stehen aber auch im Zusammenhang mit psychischer Belastung. Angesichts der großen Herausforderungen ist es entscheidend, die komplexen Zusammenhänge zwischen Emotionen, Verhalten und psychischer Gesundheit besser zu verstehen. Das Inventory of Climate Emotions (ICE) ist das erste validierte Instrument zur Erfassung verschiedener emotionaler Reaktionen auf die Klimakrise, darunter Wut, Verachtung, Zuversicht, Machtlosigkeit, Schuld, Isoliertheit, Angst und Kummer. In dieser Studie haben wir das ICE ins Deutsche übersetzt und in einer repräsentativen deutschen Stichprobe (N = 966) validiert. Die achtfaktorielle Struktur konnte bestätigt werden und alle Subskalen zeigten eine zufriedenstellende bis gute interne Konsistenz. Zudem zeigte sich, dass bestimmte Klimaemotionen (z. B. Machtlosigkeit, Schuld, Isoliertheit, Angst, Kummer) positiv mit depressiven und Angstsymptomen assoziiert waren. Gleichzeitig standen diese Emotionen in positivem Zusammenhang mit umweltfreundlichem Verhalten – mit Ausnahme von Verachtung, die negativ damit korrelierte. Insgesamt präsentieren wir eine validierte deutsche Version des ICE und zeigen, dass Klimaemotionen sowohl mit psychischer Belastung als auch mit umweltfreundlichem Verhalten in Verbindung stehen.