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Standardartikel (Forschungsartikel, Praxisbericht, Fallbericht)

2026

Schockbilder als Nudges können die Nutzung von Plastikverpackungen reduzieren

DOI
https://doi.org/10.69805/epo.v30.a35
Eingereicht
26. May 2025
Veröffentlicht
10.09.2026

Abstract

Schockbild-Nudges sind wirksame Mittel, um gesundheitsbezogenes Verhalten zu beeinflussen. Weit weniger ist jedoch darüber bekannt, ob sie auch umweltgerechtes Verhalten fördern können. Zwei Online-Experimente untersuchten die Wirkung einfacher Schockbild-Nudges auf die Nutzung von Plastikverpackungen. Experiment 1 (N = 289 Teilnehmende) untersuchte den Effekt eines umweltbezogenen Schockbilds (eine in einer Plastiktüte erstickende Robbe) auf die Wahl von Plastiktüten in einem fiktiven Einkaufsszenario. Experiment 2 (N = 551 Teilnehmende) prüfte, ob ein nicht-umweltbezogenes Schockbild (ein toter Fisch mit Madenbefall) ähnliche Effekt auf die Wahl von Plastikflaschen hat wie ein umweltbezogenes Schockbild (ein toter Fisch mit einer Plastikflasche im Maul). Zusätzlich wurden Umwelt-Einstellung und Scham als Mediatorvariablen erfasst. Wie erwartet erhöhte sich in beiden Experimenten die Wahrscheinlichkeit, das nachhaltige Produkt zu wählen, wenn den Teilnehmenden ein bildhafter Warnhinweis präsentiert wurde. Experiment 2 zeigte, dass dieser Effekt in erster Linie auf die allgemeine Aversivität der Bilder zurückzuführen war – nicht auf ihren spezifischen Umweltbezug. Die Ergebnisse zeigen, dass Schockbild-Nudges auch bei umweltgerechten Entscheidungen wirksam sind und in Umweltschutzkampagnen berücksichtigt werden sollten.