Schockbild-Nudges sind wirksame Mittel, um gesundheitsbezogenes Verhalten zu beeinflussen. Weit weniger ist jedoch darüber bekannt, ob sie auch umweltgerechtes Verhalten fördern können. Zwei Online-Experimente untersuchten die Wirkung einfacher Schockbild-Nudges auf die Nutzung von Plastikverpackungen. Experiment 1 (N = 289 Teilnehmende) untersuchte den Effekt eines umweltbezogenen Schockbilds (eine in einer Plastiktüte erstickende Robbe) auf die Wahl von Plastiktüten in einem fiktiven Einkaufsszenario. Experiment 2 (N = 551 Teilnehmende) prüfte, ob ein nicht-umweltbezogenes Schockbild (ein toter Fisch mit Madenbefall) ähnliche Effekt auf die Wahl von Plastikflaschen hat wie ein umweltbezogenes Schockbild (ein toter Fisch mit einer Plastikflasche im Maul). Zusätzlich wurden Umwelt-Einstellung und Scham als Mediatorvariablen erfasst. Wie erwartet erhöhte sich in beiden Experimenten die Wahrscheinlichkeit, das nachhaltige Produkt zu wählen, wenn den Teilnehmenden ein bildhafter Warnhinweis präsentiert wurde. Experiment 2 zeigte, dass dieser Effekt in erster Linie auf die allgemeine Aversivität der Bilder zurückzuführen war – nicht auf ihren spezifischen Umweltbezug. Die Ergebnisse zeigen, dass Schockbild-Nudges auch bei umweltgerechten Entscheidungen wirksam sind und in Umweltschutzkampagnen berücksichtigt werden sollten.